Impala Sessel von IKEA: Ein Designklassiker mit Sammlerwert
Designikonen erkennt man nicht immer sofort. Manchmal müssen sie verschwinden, bevor sie auffallen. Der Impala Sessel von IKEA ist so ein Fall: In den 1970ern von Gillis Lundgreen entworfen, aus dem Sortiment verschwunden, heute wiederentdeckt – nicht als nostalgisches Fundstück, sondern als Zeitzeuge eines anderen Designverständnisses. Eines, das Alltagsästhetik ernst nimmt.
Inhalt
Design zwischen Anspruch und Alltag
Mitte der 1970er war IKEA nicht das, was es heute ist. Der Möbelriese begann gerade, mit professionellen Designer:innen zusammenzuarbeiten – darunter Namen wie Gillis Lundgren, Karin Mobring oder Noboru Nakamura. Der Impala Sessel entstand in diesem Übergang: zwischen massentauglicher Produktion und echtem Designanspruch.
- Sein Gestell: gebogener Stahl, teils verchromt, teils schwarz lackiert.
- Seine Sitzfläche: flach, breit, formal reduziert – gepolstert in Kunstleder oder grobem Stoff.
- Sein Ausdruck: zurückhaltend, aber eigenständig.
Was heute wie ein stilistisches Zitat wirkt – Anklänge an Bauhaus, Mid Century, skandinavische Klarheit – war damals ein Statement: Design für alle, aber nicht beliebig. IKEA testete, wie weit sich Qualität und Kosteneffizienz verbinden lassen, ohne gestalterische Substanz zu verlieren. Der Impala war eine der wenigen Antworten.
Warum der Impala heute wieder auftaucht
In den letzten Jahren hat sich die Perspektive auf IKEA verändert. Nicht nur als Möbelmarke, sondern als kulturelles Phänomen. Alte Kataloge werden gesammelt, frühe Serien getauscht, ausgewählte Stücke versteigert. Der Impala steht exemplarisch für diese Neubewertung.
Er verkörpert, was IKEA einmal war: ein Experimentierfeld für modernes Wohnen. Ohne Prestige, aber mit Konzept. Dass Modelle heute auf Plattformen wie Bukowskis oder Catawiki Preise erzielen, die weit über dem ursprünglichen Verkauf liegen, zeigt: Authentizität gewinnt an Wert. Gerade, wenn sie sich von der Oberfläche fernhält.
Ein Sessel mit Prägung
Viele, die dem Impala heute begegnen, kennen ihn aus Erinnerung: als Teil der ersten eigenen Wohnung, als Möbelstück bei Freunden, als Element einer Zeit, in der Wohnen nicht stilisiert war, sondern intuitiv. Und genau das macht ihn relevant. Der Impala ist kein Designzitat – er ist Original.
Er erzählt von einer Phase, in der Form und Funktion neu gedacht wurden. In der Möbel nicht dekorieren sollten, sondern strukturieren. In der gutes Design keine Aura hatte – sondern eine Aufgabe.
Was ein Vintage-Impala heute leistet
Ein originaler Impala ist kein Retrostück. Er ist Ergebnis eines konkreten gestalterischen Denkens. Er bringt visuelle Ruhe in Räume, bietet komfortables Sitzen ohne Volumen, behauptet sich in reduzierten Settings. Seine Form ist nicht gefällig, sondern präzise.
Das unterscheidet ihn von Neuauflagen im Retrostil, die oft Oberfläche inszenieren, aber keine gestalterische Tiefe transportieren. Wer einen Impala im Raum hat, zeigt nicht Geschmack – sondern Haltung zum Thema Wohnen.
Für wen ist der Impala interessant?
- Für Menschen, die Gestaltung nicht über Marke definieren.
- Für Sammler:innen, die in Designideen investieren, nicht in Etiketten.
- Für alle, die wissen: Originalität kommt nicht von Neuheit, sondern von Relevanz.
Fazit
Der IKEA Impala beweist, dass gutes Design nicht teuer sein muss – aber bewusst. Er ist ein Möbelstück, das nicht beeindrucken will, sondern bestehen. Für Räume mit eigenem Rhythmus. Und für Menschen, die in Möbeln mehr sehen als Funktion – nämlich Idee.